Lebenslauf in erzählten Stationen

Als jüngster von drei Söhnen wurde ich 1969 in Stuttgart geboren. Mein Vater war Prokurist in einer Stuttgarter Baufirma, meine Mutter gelernte Stenokontoristin, später Hausfrau. Meine Kindheit und Schulzeit habe ich in Stuttgart-Weilimdorf verbracht. Schon in der Schule habe ich Verantwortung für andere übernommen. Dabei ging es mir vor allem darum, ein gutes Miteinander zu organisieren - z.B. durch den Aufbau eines Patensystems an meinem Gymnasium.

Nach dem Abitur absolvierte ich bis zum Beginn meines Zivildienstes im Diakonischen Werk Württemberg zwei Praktika im Bankenbereich. Zahlungsverkehr und Wertpapierhandel waren für einige Monate mein Metier.

Mein Aufgabenbereich während des Zivildienstes umfasste zwar in erster Linie die organisatorische Betreuung von Lehrgängen für Zivildienstleistende. Ich hatte allerdings immer wieder Gelegenheit, Einblick in die Arbeit der Zivis in den Pflegeeinrichtungen vor Ort zu gewinnen und von Zeit zu Zeit auch selber mitzuarbeiten. Eine beeindruckende Erfahrung. Bis heute bin ich der Diakonie im Rahmen der Beratung bei Stiftungsgründungen verbunden.

Nach dem Zivildienst habe ich mein Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen aufgenommen. Die Nähe des Studiums zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen war mir wichtig. Nach einigen Semestern wurde ich als Stipendiat in die Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgenommen und wurde kurz darauf Sprecher der Tübinger Stipendiatengruppe.

Im Rahmen der sog. praktischen Studienzeit absolvierte ich dann eine Station im Europäischen Parlament in Brüssel, im Büro der bildungspolitischen Sprecherin der EVP-Fraktion, Doris Pack. Hieraus entwickelte sich eine Assistenztätigkeit während der Sitzungswochen des Europäischen Parlamentes in Straßburg. So pendelte ich 15 Monate lang eine Woche pro Monat ins Elsass, um Frau Pack bei der Pressearbeit zu unterstützen, Besuchergruppen zu betreuen oder Reden vorzubereiten.

Da ich zudem Gefallen am internationalen Recht gefunden hatte, bewarb ich mich für ein Auslandssemester an der Universität Leiden in den Niederlanden.

Nach dem ersten Staatsexamen zog es mich zurück in meine Heimatstadt Stuttgart. Zwar behielt ich meinen Doktorvater in Tübingen - Prof. Dr. Thomas Oppermann; mein Geld zur Finanzierung der Promotion verdiente ich jedoch am Lehrstuhl von Prof. Dr. George Turner, der lange Jahre nicht nur Präsident der Universität Hohenheim war, sondern auch Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz und später dann Wissenschaftssenator in Berlin. Meine Aufgabe bestand in erster Linie in der Erstellung hochschulpolitischer Publikationen. Daneben war ich als Korrekturassistent in die Durchführung von Lehrveranstaltungen am Institut für Rechtswissenschaft eingebunden. Diese Tätigkeit übe ich als Tutor bis heute aus; der Kontakt zur Uni und den jungen Studierenden macht mir einfach immer noch Spaß.

Parallel zur Tätigkeit am Lehrstuhl entstand meine Doktorarbeit an der Schnittstelle von europäischem Bildungsrecht und Völkerrecht. Die Wahl dieses Themas war ebenso wenig Zufall wie die hochschulpolitisch geprägte Tätigkeit bei Professor Turner. Bereits während meines Studiums in Tübingen gründete ich nicht nur ein kleines Kammerorchester, sondern auch einen Verein: das Forum für Hochschul- und Bildungspolitik e.V. Ziel dieses Vereins war die Erarbeitung eines bildungspolitischen Gesamtkonzeptes. Ein solches fehlt im übrigen bis heute. Das Thema ist also nach wie vor aktuell.

Der zweieinhalbjährigen Promotionsphase an der Universität Hohenheim schloss sich das Referendariat am Landgericht Stuttgart an. Interessant in dieser Zeit war vor allem die Tätigkeit in der Kanzlei CMS Hasche Sigle. Dort hatte ich erstmals Berührungspunkte zum Handels- und Gesellschaftsrecht, also der Beratung von Unternehmen beispielsweise bei der Errichtung neuer Firmen. Spannend war aber vor allem meine Mitarbeit im kartellrechtlichen Referat von Dr. Harald Kahlenberg, der zu dieser Zeit u.a. den Leichtathletikweltverband im Dopingverfahren gegen Olympiasieger Dieter Baumann vertreten hat. Zudem nutzte ich die Zeit für einen weiteren Auslandsaufetthalt in London, wo ich vier Monate lang in einer Partnerkanzlei von CMS mit Fragen der europäischen Finanzaufsicht befasst war- ein Thema, das heute aktueller ist denn je.

Da die Arbeit in einer Großkanzlei jedoch auch einige Nachteile mit sich bringt, entschied ich mich nach dem Zweiten Staatsexamen für die Tätigkeit bei Löffler Wenzel Sedelmeier, einer kleineren Sozietät, die auf die Bereiche Presserecht und gewerblicher Rechtschutz, also alle Themen rund um Wettbewerbsverletzungen und den Marken- und Patentschutz, spezialisiert ist. Über einen Zwischenschritt als Angestellter bei der Kanzlei Dr. Strobel & Partner kam ich dann schließlich im Herbst 2007 als selbständiger Rechtsanwalt zur Kanzlei Blaich & Partner, wo ich ein gesellschafts- und handelsrechtlich geprägtes Referat übernahm. Ich berate also vor allem Unternehmen bei der Auseinandersetzung mit ihren Gesellschaftern oder der Geltendmachung von Forderungen.

Bereits fünf Monate nach Aufnahme meiner selbstständigen Tätigkeit verstarb für uns alle völlig überraschend und viel zu früh unser Wahlkreis-Abgeordneter, Pfarrer Jo Krummacher. Die Frage nach einer Kandidatur für den Bundestagswahlkreis Stuttgart Süd wurde aktuell und entsprechende Bitten wurden an mich herangetragen. Letztlich gab es nur ein kurzes Zögern: zu groß war der Reiz, in Berlin Politik für Stuttgart und die Menschen zu gestalten.

Nach einem parteiinternen Auswahlverfahren wurde ich am 27. Juni 2008 vom Parteitag der Stuttgarter CDU mit deutlicher Mehrheit vor den beiden Kontrahenten zum Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Stuttgart Süd nominiert.

Wenn es die Zeit erlaubt, reise ich sehr gerne - vor allem kurze Städtetouren haben es mir angetan. Als die Zeit noch längere Reisen erlaubt hat, bin ich mit Freunden für jeweils vier Wochen durch die USA, Indien und Südamerika getourt.

Darüber hinaus interessiere ich mich für klassische Musik und Oper, ebenso für Ballett und Theater. Zum Orgelspiel, das ich im Alter von 10 Jahren begonnen habe, komme ich leider nur noch selten. Und das, obwohl ich früher in der Schule sogar Konzerte gespielt und lange Jahre Orgel- und Keyboardunterricht gegeben habe. 

Auch sonst hat die Musik immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. So sang ich viele Jahre im Solitude-Chor und leitete in Tübingen eine Zeit lang ein kleines Kammerorchester. Deshalb habe ich auch gerne 2005 den Vorsitz des Fördervereins des Stuttgarter Oratorienchors übernommen.

Seit dem 27. September 2009 darf ich die Bürgerinnen und Bürger unserer Landeshauptstadt als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Stuttgart-Süd im Deutschen Bundestag vertreten.

 

 
 
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